Salzpeeling aber richtig

Aktualisiert: Jan 27


Was sollten Sauna Peeling Salze können?

Dieser Übersichtsartikel soll veranschaulichen warum Peeling Salze pflegende Eigenschaften haben. Es wird ein kurzer Überblick zum Aufbau der Haut gegeben, dem Ort an welchen Peeling Salze pflegen. Weiterhin wird auf die Zusammensetzung und Eigenschaften von Peeling Salzen eingegangen. Dieser Überblick hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, erklärt jedoch auf anschauliche Art und Weise auf was man beim Einsatz von Peeling Salzen achten sollte.


Aufbau der Haut:

Die Haut besteht aus drei Schichten: Unterhaut (Subcutis), Lederhaut (Dermis) und Oberhaut (Epidermis). Die Unterhaut setzt sich hauptsächlich aus Fettzellen zusammen und dient der Temperaturisolierung. In der Lederhaut liegen Talg-, Schweißdrüsen und Blutgefäße, über die die Haut mit Nährstoffen versorgt wird, sowie Nerven- und Muskelzellen.

Die Oberhaut ist die eigentliche Schutzhülle. Sie besteht selbst aus verschiedenen Schichten, in denen Hautzellen, Pigment bildende Zellen und Immunzellen gebildet werden. Die Hautzellen verhornen auf ihrem Weg in die äußerste Schicht der Oberhaut, welche dann entsprechend als Hornschicht (Stratum Corneum) bezeichnet wird. Diese Hornschicht bildet die sogenannten Backsteine, welche in eine Lipidmatrix (Mörtel) eingelagert sind. Als Beschreibung für diesen Oberen Teil der Oberhaut, dem Stratum Corneum ist das Ziegel-Mörtel-Prinzip (Brick and Mortal Modell [2]) anerkannt. Diese Hornschicht gilt es also beim Peeling zu schützen und zu regenerieren, da sie die Barriere gegen negative Umwelteinflüsse bildet.


Die verhornenden Hautzellen werden im Allgemeinen als Schuppen abgesondert. Um die natürliche Hautbarriere regenerieren zu können müssen noch anhaftende aber bereits abgestorbene Hornzellen (Schuppen) entfernt werden. Dies wird durch die peelende Komponente Salz geleistet. Hierbei ist es enorm wichtig, dass ein homogenes Salzgranulat eingesetzt wird, welches die Schüppchen entfernt aber die natürliche Hautbarriere nicht verletzt. Bewährt hat sich hier eine Korngröße von 0,2-0,5 mm.

Nachdem die natürliche Hautbarriere nun durch Peeling „gereinigt“ ist sollte die Lipidmatrix gepflegt bzw. regeneriert werden. Die Öl-bzw. Lipidkomponente sollte möglichst viele Komponenten der natürlichen Lipidmatrix [3 Bouwstra] beinhalten um dem vorhandenen Mörtel-Backstein System zu entsprechen. Dies ist durch das alleinige Zusetzen von ätherischen Ölen oder Einkomponentensystemen wie z.B. Sonnenblumenöl nur bedingt zu bewerkstelligen. Als Faustregel gilt: Je genauer die Lipidmatrix ersetzt wird, desto größer ist der gewünschte „Babyhaut-Effekt“.


Die Anwendung von Peeling Salzen

Meist werden Peeling Salze in der Sauna, Dampfbad, Dusche etc. angewendet. Die Anwendung findet somit auf der nassen, meist warmen Haut statt. Auf die zu empfehlende Hauttemperatur soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Zur „nassen“ Haut sei nur erwähnt, dass dies die Anwendung von Peeling Salzen vereinfacht aufgrund der schon angelösten und leichter entfernbaren Hautschüppchen, Geschmeidigkeit der Haut, Löslichkeit der mineralischen Salzkomponente etc. Die Hut ist durch Temperatur und Feuchtigkeit also bereits auf das Peeling vorbereitet.

Prinzipiell kann der ganze Körper gepeelt werden, da der Aufbau der Haut überall dem gleichen Schema entspricht. Man beachte, dies betrifft Haut und nicht Schleimhaut! Dennoch gibt es sensible und weniger sensible Hautpartien. Als Faustregel sollte gelten: Peelen so lange es angenehm ist, eher kürzer als zu lang.

Dreimal Peeling am selben Tag, weil man halt gerade in der Therme ist führt mit großer Wahrscheinlichkeit zur Schädigung der natürlichen Hautbarriere. Die Schüppchen sind schnell weg, daher lieber etwas länger einwirken lassen, damit die Öle und Lipide Ihren Weg in die Hautbarriere finden. Nach dem Peeling sollte kurz geduscht werden um überschüssiges Salz zu entfernen. Keine Angst, die Öle und Lipide verbleiben in der Haut wenn nicht übermäßig lang geduscht wird.

Beim Tagesausflug ins SPA die Peelinganwendung eher ans Ende des Aufenthaltes legen, damit die „Baby Haut“ nicht durch zahlreiche weitere Anwendungen vorzeitig verloren geht.


Häufig im Einsatz – ratsam?

Abreibesalze:

Häufig werden im Saunabereich sogenannte „Abreibesalze“ eingesetzt. Diese entfernen zwar meist wie gewünscht Hautschüppchen, lassen die Haut dann jedoch „nackt“ zurück ohne die regenerierenden Lipide zuzuführen. Das gibt meist gerötete und wunde Haut. Ein Konzept was weniger ratsam ist, da der Gast keine pflegende kosmetische Behandlung erhält.

Ätherische Öle:

Auch der oft gehörte Satz „wir setzen ätherische Öle zu“ wertet das Salz nur bedingt auf. Ätherische Öle sind Duftkomponenten, bieten der Haut aber nicht die benötigten Öle, Fette und Lipide die Sie zur Regenerierung benötigt. Ätherische Öle gehören nicht zur Lipidmatrix der Haut. Sie sind leicht flüchtige (daher duftende) Komponenten die zwar die Sinne verwöhnen aber die Haut nicht pflegen. Bei Ätherischen Ölen, synthetisch oder natürlich, sollte stets auf deren Allergiepotential geachtet werden. Diese Thematik wäre genug Stoff für ein weiteres Kapitel. Daher: Nur Salz plus ätherisches Öl ebenfalls ein wenig ratsames Konzept.

Paraffine:

Eine Vielzahl von Peeling Salzen für die nasse Haut, setzen Paraffine ein. Paraffine sind langkettige aus Erdöl gewonnene Komponenten, welche nicht in die Haut eindringen, sondern einen Film auf der Haut bilden. Bei z.B. Lippenkosmetik ist dies durchaus erwünscht um ein schnelles Einziehen in die Haut zu verhindern und die Lippen vor Rissen, besonders in der kalten Jahreszeit zu bewahren. Leider verstopfen diese langkettigen Komponenten beim Auftragen auf die Haut die Poren. Die Haut kann nicht mehr „atmen“.

Fazit: Paraffine entsprechen nicht der natürlichen Lipidmatrix der Haut, deswegen nicht ratsam in Peeling Salzen.


Weitere Informationen finden Sie auf der Hompage: www.prof-dr-biener-salze.com. Vielen Dank Marcus Wengel für deinen Artikel.





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